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Nun sind es zwei Monate, seit ein ungelenkiger, dicklicher Typ mit einer bescheuerten Idee sich auf einen Smarttrainer gesetzt hat und losgefahren ist. Zweidrittelzeit (oder wie heißt das Pendant zu Halbzeit?) bei Aufwärts!

Was ist bisher passiert, wo kann es hingehen und was heißt das für die Charity, den Holly und den Sinn des Lebens?!?! Und jetzt kommt mir bitte nicht mit 42.

Emotion trifft Zahlen

Direkt zum aktuellen Stand: Inkl. dem 21.02.2019 bin ich 1.168,70 km gefahren. Bedeutet für das Projekt aktuell 840€! Soweit die Zahlen, hier die Emotionen.

Klar, ich liege weit hinter den linear zu erwarteten Zahlen zurück. Eigentlich hätte ich ja bis jetzt 2.000 km schaffen "müssen". Realistisch wären da wohl 1.500 km gewesen unter der Berücksichtigung von exponentieller Entwicklung der Leistungsfähigkeit. Ich könnte jetzt was von Aua und Erkältung und überhaupt schreiben... gegessen. Es gibt keine Entschuldigungen, nur eine Ziel.

Und dieses Ziel ist es die 3.000 km noch zu packen. Die Entwicklungen der letzten Tage machen mich zuversichtlich, dass ich 1.800 km in 4 Wochen schaffen kann. Denn ich bin in der Lage aktuell Distanzen über 80km auf der Rolle zurück zu legen ohne mich zu überfordern, also dürfte ich es an 23 Tagen, die ich realistisch fahren kann, noch auf die notwendige Distanz schaffen. Ich hoffe Ihr seid mit dabei und verfolgt das "Spektakel"... ich werde auch die Zahlen in den nächsten 4 Wochen zeitnah aktualisieren, versprochen. Also ich gebe mir auf jeden Fall Mühe 😂

Besondere Punkte entlang der Strecke gab es natürlich auch. Zum einen der Tag an dem ich zum ersten Mal wieder 80 km am Stück geschafft habe. Gutes Gefühl. Der Tag an dem meine neuen Schuhe einsatzfähig waren und sich schon nach kurzer Zeit gezeigt hat, dass das Prinzip von E-vers scheinbar Sinn macht und die Dinger sehr gut sitzen. Dann der Tag, an dem Holger Röthig mich auf mein ziemlich seltsam konfiguriertes Rad mal vernünftig eingemessen hat. Danke, hat gut funktioniert!

Jeder Tag, an dem ich Zusagen für die Goodie-Liste bekommen, also die Auflistung von Sachpreisen, die ich am Ende unter den Spendern verteilen darf. Und natürlich jeder Tag an dem sich jemand in die Spenderliste eingetragen hat. Ihr glaubt vielleicht dass ich mir das nur gelegentlich anschaue, aber ich verfolge das jeden Tag, bin immer wieder gespannt ob sich was tut. Und glücklich wenn sich was tut... Emotional eben 😍

Glück im Unglück

Apropos Emotion... was hat das ganze mit mir gemacht? Schwierig zu sagen, es ist wie das Leben an sich ein ständiges auf und ab. Es gibt Tage da bin ich stolz wie Bolle, an anderen Tage nervt mich nur dass ich mich schon wieder auf dieses Rad setzen soll. Und dann wieder einfach nur zufrieden, dass es überhaupt Schritt für Schritt aufwärts geht, auch wenn es eben auch mal einen Schritt wieder zurück geht. Manchmal aber auch anteillos, dann mache ich alles wie automatisch. Aber insgesamt glaube ich ist die ganze Sache auf dem richtigen Weg und froh darüber mir die Challenge und damit verbunden die Charity-Aktion "auferlegt" zu haben. Denn sie hält mich oft davon ab Ausreden zu finden heute doch mal nix zu tun. 

In dem Zusammenhang - Oft höre ich in Gesprächen den Satz "Da hast Du ja noch Glück im Unglück gehabt!". Am Anfang habe ich noch geantwortet mit "Ja, zwei Wirbel höher und ich säße im Rollstuhl." Aber irgendwann formten sich die Gedanken und mittlerweile ergibt sich dann folgender Dialog:

Ich:"Ist das so?" 

Gegenüber: "Klar, hätte ja noch viel schlimmer kommen können!"

Ich: "Natürlich, aber das kann es doch jeden Tag. Und ich sage auch nicht jedes mal wenn der Tag rum ist und ich noch lebe und beide Beine dran sind - Puhh, Glück im Unglück - das hätte auch schlimmer kommen können."

Meist versucht dann mein Gegenüber irgendwie zu rechtfertigen warum es ja doch irgendwie Glück im Unglück ist... aber eigentlich werden solche Sätze doch nur gesagt um einer scheiß Situation irgendwie noch was positives abzugewinnen. Stellt sich die Frage: Müssen wir das? Ist es nicht der erste Weg zur Bewältigung eines Krise anzuerkennen dass die Krise da ist? Ist es nicht wichtig anzuerkennen dass da eine scheiß Situation vorliegt, um dieser mit der notwendigen Konsequenz zu begegnen?

Klar, jammern und Selbstmitleid ist auch der falsche Weg. Aber es ist ein Unterschied zu erkennen dass es gerade so schlecht ist, dass nur noch hilft mit aller Kraft dagegen anzukämpfen oder die Situation zu relativieren. Ähnliches machen wir ja schon zu genüge bei vielen Themen wie z.B. Umweltschutz. Uns ist klar dass wir die Erde zu Grunde richten, aber finden immer wieder Relativierungen, warum dieses oder jenes ja eigentlich viel schlimmer ist. Und machen die gleiche Scheiße einfach weiter. Scheint irgendwie ein Muster zu sein dass der Mensch konsequent verfolgt... zumindest da sind wird konsequent. Aber ich schweife ab... zurück zu mir.

Endspurt bei Aufwärts

Neben der Gewissheit dass ich es trotz allem Endspurt nicht übertreiben darf bei meinen Aktivitäten werde ich versuche... ähh, nein.. nicht versuchen, ich werde dran ziehen und das Ding nach Hause bringen. Um da noch mal einen schönen Schlusspunkt zu setzen, versuche ich am Wochenende 16/17. März ein Endspurt-Event zu organisieren und habe dazu schon Kontakt zu den Charity-Organisationen aufgenommen die wir mit dieser Aktion unterstützen.

In Kürze gibt es dazu mehr Infos, aber haltet Euch das Wochenende schon mal frei. Bitte! Bis dahin bleibt Ihr mir und der Aktion hoffentlich gewogen und erzählt vielen davon, denn aktuell übersteigt der Wert der Goodies für die Spender deutlich die zu erwarteten Spenden. Und das sollten wir noch gemeinsam