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Sie ist immer präsent, sie durchdringt alles - Veränderung. Alles verändert sich in jeder einzelnen Sekunde. Nichts ist mehr so wie vor 10 Jahren. Kein Stein und Du auch nicht. Pro Sekunde werden Millionen Körperzellen abgebaut und durch neue ersetzt. Wenn man es hochgerechnet, bin ich alle 7 Jahre ein neuer Mensch. Ohne dass ich dagegen etwas tun kann.

Sei Wasser, mein Freund

Sei Wasser, sagte Bruce Lee und meinte damit, man soll sich Situationen anpassen. Wenn Wasser in ein Glas gefüllt wird, dann passt es sich dem Glas an. In einer Flasche passt sich Wasser der Flasche an. Und in einem Fluss wird Wasser der Fluss. 

Was aber macht die Veränderung mit dem Wasser selber? Wenn ich mich der Situation anpasse, was macht das mit mir?

Insgesamt denke ich, dass ich mich neuen Situationen gut anpassen kann, habe mich allerdings noch nie wirklich gefragt wie das mich verändert. Nach meinem Unfall und der Erkenntnis, dass nichts wieder so sein wird wie früher, habe ich mich angepasst. Pläne gemacht wie ich der Situation Herr werden kann und das Beste daraus machen. Flüssig wie Wasser in die neue Lebenswirklichkeit einfließen. 

Im Dezember saß ich dann nach einer Weihnachtsfeier unter Freunden morgens mit einem eben solchen Freund beim Frühstück, als dieser mich bat, die folgenden Worte nicht als anmaßend zu betrachten. Er würde mir aber aus eigener Erfahrung raten, professionelle Hilfe zur Bewältigung der Folgen des Unfalls in Anspruch zu nehmen. Er selber musste nach einem Unfall seine Profi-Triathleten Karriere beenden und fand die Unterstützung durch einen Therapeuten als sehr hilfreich.

Du hast Dich verändert

Und so ganz nebenbei fiel im dem Gespräch dann auch der Satz "Du hast Dich im letzten Jahr verändert!". Hätte ich gewusst wie viel ich über diesen Satz nachdenken würde, hätte ich an der Stelle nochmal nachgehakt. Wie habe ich mich verändert? Was macht das aus mir aus Deiner Sicht? Man liest ja immer wieder in sozialen Medien "Entweder man mag mich so wie ich bin oder man kann mich mal". Ich glaube dass das Unfug ist, denn ich lebe ja nicht alleine, ich lebe in einer Gemeinschaft. Teilweise selbst zusammen gebaut, teilweise aus äußeren Gegebenheiten einfach so in meinem Leben "reingequetscht".

Es ist wichtig dass mein Umfeld mit meinem Ich, mit dem Holly so wie er ist auch klar kommt. Sonst wird es zu anstregend, für beide Seiten. Und das geht auf Dauer nicht gut.

Und so fing ich an zu reflektieren, ob und wie ich mich wohl verändert habe. Ich habe Menschen gefragt, ob ich mich aus Ihrer Sicht verändert habe. Und mich auch selber gefragt, welche Veränderungen für die Zukunft noch notwendig sind, um das Wasser in dem neuen, verändertem Gefäß namens Leben zu sein. Und kann ich das? Die alten, sicher geglaubten Gewohnheiten loslassen? Bzw. muss ich alte Gewohnheiten loslassen?

Will ich eventuell durch meine Veränderungen nur die Auswirkungen des allgemeinen Wandels abfangen, so dass eben das meiste beim Alten bleibt? In meinem Fall heißt das wieder frei arbeiten, auf das Rad steigen, meine Touren und Events fahren oder einfach die Laufschuhe anziehen und loslaufen. Wenn ich Bock auf Marathon habe, dann fange ich einfach an zu trainieren... wie früher eben auch.

Vom Spaßsportler zum Trainierenden

Wenn ich ehrlich zu mir bin, war ich nie der Typ Sportler, der fleißig trainierte, sich einen Plan machte und ein Ziel ausgemacht hat dass es um jeden Preis zu erreichen gilt. Wenn ich Bock und Zeit hatte, machte ich Sport. Hatte ich keinen Bock, dann eben nicht. Und hey... war schön. Ich war selten der langsamste, aber auch nie der schnellste. Das Ziel war denkbar einfach: Ich konnte mir die eine oder andere Tafel Schokolade leisten, ohne auf Dauer aus den Klamotten zu platzen. Und ich fühlte mich gut nach dem Sport...ein schönes Gefühl fit und gesund zu sein.

Und genau hier sehe ich eine erste Veränderung. Aktuell muss ich trainieren. Ja, und mich auch zwingen. Denn zur Zeit bedeutet Sport Schmerz. Jede Sekunde auf dem Rad tut einfach nur weh und jeder Kilometer ist hart erarbeitet. 

Die Charity-Aktion "Aufwärts!" hilft mir dabei ungemein. Sie führt mir immer wieder vor Augen wie wichtig es ist jetzt dran zu bleiben. Denn aktuell ist das scheinbare Ziel vielschichtig: Wieder in Bewegung kommen, in ein normales Leben finden und sich dann in diesem Leben zurechtfinden. Denn wie viel ich mit Ehrgeiz von meinem alten Leben wieder zurück holen kann steht in den Sternen. Nicht nur für den Sport. 

Fokus

Für mich bedeutet das eigentlich eines: fokussierter werden! Ich bin jemand der sich leicht ablenken lässt, leidenschaftlich neugierig ist und Spaß an allem hat was schön ist.

Zum Teil scheine ich diese Veränderung schon gemacht zu haben! Wenn ich Menschen aus meinem Umfeld frage, dann bin ich wohl weniger "flapsig", nachdenklicher als früher. Ob das gut oder weniger gut ist? Ich habe keine Ahnung, aber wir werden es herausfinden! Auch die Antwort auf die Frage ob es nicht noch ein anderes Ziel gibt, abseits des alten Weges, auf den ich versuche zurückzukehren!

Wie siehst Du das?

Die Frage, ob ich mich verändert habe! Kennst Du mich schon länger? Hat sich etwas verändert? Und wenn ja was?

Wie hat ein Ereignis Dich verändert? Aus der eigenen Erkenntnis heraus etwas ändern zu müssen oder weil die Umstände Dich gezwungen haben. Was hat es bewirkt? Wie bist Du damit umgegangen und was hat Dir geholfen?

Gerne in die Kommentare, bei FB oder auf welchem Weg auch immer!

 

Grüße von einem der auszog auf's Dach zu steigen...