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Schmerz! Im Sport oft zitiert, um Leistungen zu beschreiben oder klar zu machen dass es sich lohnt über den Punkt hinaus zu gehen, der Weh tut. Dass man auch den Schritt gehen muss, denn nur über diesen Punkt hinaus liegt der Schlüssel zum Erfolg.

„Quäl dich, du Sau“ sagte einst Udo Bölts zu Jan Ullrich und trieb ihn damit der Legende nach zum Tour de France Sieg. “Schmerz geht, Stolz bleibt!” beschreibt das Gefühl, wenn man es geschafft hat einfach zu ignorieren dass es schmerzt. Wenn man akzeptiert, dass es eben im Sport manchmal weh tun muss wenn man das Ziel erreichen möchte.

Typischerweise fängt der Sportler an sich während des Trainings langsam an den Punkt ran zu tasten, an dem es weh tut. Um dann zu sehen wie weit er noch gehen kann.

Wenn wir den Schmerz beleuchten, gibt es ihn in vielen Facetten… im Sport scheint er Ansporn und Orientierungshilfe.

Was aber, wenn er immer präsent ist… schon bevor das Training beginnt da ist. Und versucht dich daran zu hindern überhaupt etwas zu tun. Wir sind gewöhnt dann Mittel zu nehmen, um dann doch etwas tun zu können. 

Was aber, wenn nach den Schmerzmitteln der Schmerz noch da ist. Wenn Du die Champions League der Scherzmittel in dein Team gerufen hast, aber es gegen Real Madrid der Schmerzen geht… und Du den Eindruck hast dass Dein Team gerade nur Kreisliga spielt. Dann gibt es ein paar Optionen.

Du wartest bis der Schmerz weg ist... ich kann aus Erfahrung sagen: Das kann was dauern. Möchte ich das?

Du kannst am Schmerz verzweifeln... und ich kann verstehen, warum Menschen daran zerbrechen. Aber möchte ich das?

Du kannst die Momente abpassen, in dem der Schmerz Dir Räume gibt. Und dann was tun. Bewegung bis der Schmerz kommt... so oder so. Ein guter Ansatz für den Anfang.

Zu guter Letzt: Du kannst den Schmerz ignorieren. Und dich bewegen, soweit es Dein Wille und Dein Körper zulässt.

Aus eigener Erfahrung kann ich jetzt sagen: Das kostet viel Energie. Jeder der einzelnen Optionen. Denn der Schmerz frisst Kraft. Um etwas zu tun musst Du dann Kraft ranschaffen.

Im Moment reicht es für den Crosstrainer... mal mit der vorletzten Option, mal schaffe ich es vorzugeben wann ich mich bewege.

Vermutlich braucht jeder genau die Situation im Leben, um sich selber stolz zu machen. Für mich war es nie ein Ansporn im Training zu leiden, nur um beim Radrennen weiter vorne zu sein. Sport bedeutete für mich Lebensfreude, das gemeinsame erleben und das schöne Gefühl, vielleicht das Leben um ein paar schöne Tage zu verlängern!

Jetzt aber brauche ich die Kraft dem Schmerz zu begegnen, Ihn zu meinem Feind und Freund zu machen. Und heute denke ich anders über den Satz  “Schmerz geht, Stolz bleibt!” Denn ich glaube, wenn ich im Sommer wieder auf dem Rad sitze und mir im Sonnenlicht der Wind um die Nase weh... ja, genau dann werde ich stolz sein. Und die meisten werden niemals wissen, warum. Hauptsache der Schmerz ist weg.